Aus einem anderen Forum, mit einem Dankeschön an Bianca.

Hinweis: kann Triggern!

 

Hallo,

ich freue mich, daß ich dabei sein darf.

Wie ihr vielleicht aus meiner Startseite lesen könnt, bin ich eine verheiratete Mutter sechser Kinder im Alter von 2-15 Jahren.

Wir wohnen in einem alten großen Bauernhaus inmitten von Hessen.

Auch ich bin Opfer einiger Gewalttaten geworden.

Heute versuche ich, stark zu sein und offen damit umzugehen.

Denn alles, was taburisiert wird, bekommt meiner Meinung nach mehr Macht.

Ich habe durch ganz liebe Leute meinen Glauben wiedergefunden, nachdem ich durch eine Tat im katholischen Pfarramt mit ihm gebrochen hatte.

Ich möchte euch meine Geschichte in Kurzform niederschreiben:

Ich war das erste Kind meiner damals 16-jährigen Mutter.

Nach und nach kamen noch meine 3 Brüder.

Meine Eltern waren mit der Situation überfordert.

Mein Vater war schon seit meiner Geburt alkoholkrank.

Beide fingen an, uns körperlich zu züchtigen.

Als ich 6 war, zog mein Onkel bei uns ein.

Er wurde als Babysitter eingesetzt, und er nutze die Situation aus.

Er vergang sich an mir und meinem einen Bruder und machte Fotos vom Geschehen.

Etwa 2 Jahre später fand mein Vater diese in unserem Dielenschrank und verwies ihm des Hauses, ohne eine Anzeige zu stellen.

Meine Mutter kümmerte sich immer weniger um uns, ich mußte immer mehr Hausarbeit und Erziehung übernehmen.

Als ich 9 war, verliebte sich meine Mutter in jemand anderen und fuhr mit uns per Bahn nach Heidelberg zu einem Kinderheim.

Sie setzte uns ab mit den Worten, sie würde uns recht bald wieder abholen, was sie nicht tat.

Aber diese 3 Wochen waren die Besten in meiner Kindheit, keine harten Strafen, Drohnungen, Prügel mehr.

Das erste Mal das Gefühl von Sicherheit.

Leider holte mein Vater uns nach den 3 Wochen.

Es begann ein bitterer Scheidungskrieg, wo mein alkoholkranker Vater das Sorgerecht bekam.

Er verfiel immer mehr der Sucht und kam mit seinen Erziehungsaufgaben immer weniger nach.

Er strafte uns hart, indem er z.B. uns im Winter draußen eiskalt abduschte.

Auch die Prügel wurde immer mehr und heftiger.

Seitdem er alleine mit uns lebte, begann er sich immer mehr für meinen Körper zu interessieren.

Er kroch zu Anfang immer zu mir ins Bett, ich solle ihn wärmen.

Er machte immer eindeutigeres, bis hin zur Verg******* unter Todesdrohungen.

Ich wehrte mich anfangs, aber irgendwann war ich nur noch seine Puppe, die alles über sich ergehen hat lassen.

Er war aber nicht der einzige Täter, denn nebenan ist eine scheinbar heile Familie eingezogen.

Der Vater war ein Obstverkäufer mit Frau und Kind. Er schlug mir vor, daß ich ihm helfen kann, dafür bekäme ich 10 DM.

Also kletterte ich auf Bäumen, was mir großen Spaß bereitete.

Auf dem Heimweg fuhr er übers Feld, hielt an und zeigte mir sein**** und befingerte mich unten. Das ging, als ich etwa 12-14 war.

Das ging Woche für Woche. Ich hatte keinen Ansprechpartner, mit niemandem konnte ich reden.

Auf dem Feld mein äußerst bei Kindern beliebter Nachbar, zuhause mein Vater, der die Situationen immer mehr ausnutzte.

Nur wenn mein Vater eine Freundin hatte (Beziehungen hielten nie lange), ließ er mich in Ruhe. Aber er verg******* und verprügelte die Frauen, uns Kindern nie verborgen blieb.

Einmal gab es auch einen Zeugen, der meinen Vater bei seinem Vergehen an mir erwischte. Er sprach mich am Tag darauf an, aber danach kam nie wieder ein Wort darüber.

Als ich 14 war, hörte mein Vater auf, denn ich hätte von da an schwanger von ihm werden können.

Ich vertraute mich einer lieben Lehrerin an, nachdem ihr meine Schweigsamkeit aufgefallen war.

Sie unterrichtete das Jugendamt, und ca. ein halbes Jahr später waren mein einer Bruder und ich bei einer Pflegefamilie.

Meine Pflegemutter schlug mich nicht, aber sie und ihre leiblichen Kinder konnten mit meiner Art nichts anfangen. Ihre Kinder ignorierten mich, und sie versuchte mich in eine Form zu quetschen, in die ich nicht hineingehörte.

Aber da fing meine Deprigeschichte an. Ich beging einen Suizidversuch und wurde in eine Therapie gesteckt. In der Schule wurde es auch nicht besser, denn meine Lebensthemen waren nicht die der Klasse.

Somit war ich Außenseiter und das perfekte Mobbing-Opfer. Ich konnte meine Geschichte immer wieder erzählen, ohne jemals Gefühle für diese Zeit zu bekommen.

Heute weiß ich, daß es eine Form der Dissoziation ist. Das Mobbing ging bis ich meine Ausbildung beendet habe.

Das war so im Groben meine Geschichte. Mein Bruder wurde übrigens noch von einem katholischen Pfarrer mißbraucht, heute hat er seit Jahren Epilepsie, die sich rein körperlich nicht erklären läßt. Er gilt als 100% schwerbehindert, weil er ein paarmal Status Epilepticus hatte. Ihm kann seine Lebensgeschichte das Leben kosten.

Mein Vater ist jetzt pflegebedürftig durch einen Schlaganfall und mehrerer Delirien. Er ist nur noch Haut und Knochen und sitzt im Rollstuhl, mit 54 Jahren! Mein Onkel, der uns mißbraucht hat, ist mittlerweile verstorben.

Ich habe meinen Vater in meiner Jugend angezeigt. Ich wurde auch vernommen, aber mein Vater hat alles abgestritten. Er wurde nicht belangt wegen Aussage gegen Aussage.

Ich selber habe mittlerweile einige Therapien hinter mir, um mit meinen Depressionen klar zu kommen, zwischendurch gab es mal die Diagnose der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Aber ich denke, daß ich bestenfalls Züge davon habe, aber es betrifft nicht meine ganze Persönlichkeit.

Ich kann sehr schlecht Vertrauen in andere aufbauen, sobald eine Beziehung (Freundschaften) enger werden, trete ich zum Rückzug an. Mein Urvertrauen ist dahin, zerbrochen…

Ich mache mittlerweile eine vollschulische Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, weil ich in der Pflege schon einige Erfahrungen sammeln konnte. Ich ging darin auf, den Leuten das zu geben, was sie brauchen. Und die Klasse ist eine geniale Möglichkeit zu lernen, mit anderen auf privater Ebene ohne Ängste klar zu kommen.

Es ist eine tolle Erfahrung, wenn ich so akzeptiert werde wie ich bin, mit meiner Tiefgründigkeit und Ganzheitlichkeit. Aber sehr oft habe ich noch tierische Angst vor Ablehnung.

Ich hoffe, es war nicht zuviel. Ich gehe möglichst offen mit dem Thema um. Und ich schreibe es hier nieder, weil ich es irgendwie muß. Wir werden durch die Medien immer mehr damit konfrontiert. Langsam komme ich auch an die dahinter versteckten Gefühle ran. Ich versuche allmählich, gefühlsmäßig die Büchse der Pandora zu öffnen. Habe aber immer Angst, daß es mir zuviel wird. Aber ein gefühlsmäßig weißes Loch in dieser Lebenszeit zu verspüren, ist für mich nicht angenehm. Einen Therapeuten habe ich keinen. Zur Zeit weiß ich nicht genau, was ich machen soll.

Ich hoffe hier auf ein Ohr und (Fair-)ständnis und daß auch ich hier ein Bindeglied sein kann, um noch einiges zu bewirken. Freue mich auf Rückantworten, aber auch Fragen und bin zu allen Schandtaten bereit! Und ich scheue auch keine Öffentlichkeits-Arbeiten, wenn wir einiges damit bewirken können.

LG, Bianca